Mit der Feuerwehr hoch hinaus – ein Kommentar

Stefan Niedermann -

Wir bei der Feuerwehr wollen nicht immer hoch hinaus – weil es aber manchmal nicht anders geht, muss man auch für diese Fälle üben.

Nicht jede Übung bei der Feuerwehr kann gleich spannend gestaltet werden.
So zählen Knoten- und Fahrzeugkunde, Erste Hilfe und sonstige theoretischen Unterrichtsstunden nicht unbedingt zu den beliebtesten.
Andere Übungen sind mit viel Arbeit im Voraus verbunden, es müssen Termine organisiert und Szenarien aufgebaut werden.

Dass es auch einen Kompromiss gibt, zeigt unsere Übung vom 03.06.2013. In der Nähe vom Feuerwehrhaus befindet sich eine recht hohe Scheune/Halle, in der wir das Sichern von Personen in der Höhe üben konnten.
Dies hat man natürlich nicht jeden Tag, verkehrsbedingte Einsätze, Unfälle und Brände kommen im Vergleich viel häufiger vor. Nichtsdestotrotz muss natürlich auch das geübt werden.

Während sich das einfache Sichern in der Höhe noch relativ einfach gestaltete, müssen beim Abseilen wesentlich mehr Gefahren berücksichtigt werden. Dazu gibt es die verschiedensten Sets und Tragegurte.

In der Theorie lässt sich natürlich alles als schön einfach verkaufen – nun will man als gestandener Feuerwehrmann aber auch beweisen, dass es sich in der Praxis ebenso verhält!
Vermutlich die wenigsten rechnen damit, dass nach dem Sichern und der Aufforderung, sich in das Seil fallen zu lassen, der Schritt von der Leiter ins Nichts so schwer ist.
Hierzu gehört das volle Vertrauen in die Personen, mit denen man jede Woche übt, auf die man sich verlassen muss – wie muss das erst für Aussenstehende sein, die nie die Möglichkeit hatten, so etwas vorher einmal zu proben?

In einer Übung wartet man darauf, dass etwas Schief geht. Das ist auch gut so, denn in der Übung lässt es sich meistens verkraften, im Einsatz hat dies unter Umständen größere Konsequenzen.

Problematisch wird es natürlich, wenn das vorhin beschriebene Szenario im Dunkeln stattfindet – etwa weil plötzlich alle Lichter ausfallen.

Auch hier heißt es einfach wieder: Kühle Nerven bewahren. Jeder ist gesichert, und jeder der zu Hoch hinaus wollte, wird von den Kameraden wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.