Morgens, halb 10 in Draurach

Stefan Niedermann -

Gegen 9.30 Uhr am Sonntag trafen sich Mitglieder der Feuerwehren Barthelmesaurach und Albersreuth-Günzersreuth im Feuerwehrhaus, um zusammen mit der Wasserwacht Schwabach und deren Jugend eine Gemeinschaftsübung zum Themenkomplex „Eisrettung“ durchzuführen.

Nachdem am Montag zuvor eine Eisrettung theoretisch durchgenommen wurde, konnten wir dieses Wissen nun in der Praxis einsetzen und daraus neue Erkenntnisse gewinnen.

Geplant war der kontrollierte Einbruch einer durch einen Neopren-Anzug geschützten Person in einen Weiher in der Nähe von Günzersreuth. Doch entgegen aller Erwartungen war die Eisdecke stabiler als vermutet. Auch unter dem Einsatz einer Feuerwehraxt gab die Eisplatte nicht nach, so dass wir mit einer Motorsäge das Szenario künstlich nachstellen mussten.

Soweit so gut. Um an die eingebrochene Person heranzukommen soll man das Gewicht auf dem Eis möglichst weit verteilen, um nicht selbst einzubrechen. Dies erreicht man zum Beispiel durch den Einsatz einer Leiter.
Doch was tun, wenn die Leiter zu kurz ist? Richtig. Man nehme 2 Leitern.

Ein Kamerad robbte also, gesichert durch einen Brustbund, auf einer Leiter vor, zog die zweite nach und wechselte. So war er an keine Leiterlänge gebunden und konnte sich frei zum Opfer vorarbeiten.
Dass es allerdings so schwierig sein würde, einer strampelnden Person unter Wasser einen Rettungsknoten anzulegen, damit hätte wohl niemand gerechnet.

Beim Rückzug zum Festland bemerkten wir schnell, dass es taktisch klüger wäre, wenn der Retter einen weiteren Leinenbeutel an der Leiter befestigen würde, da man Opfer und Retter so sehr schnell und relativ sicher vom Land aus herausziehen kann.

Gerade zur Zeit dürften diese neuen Erkenntnisse sehr wichtig sein, da viele Leute unterschätzen, wie tragfähig eine Eisdecke wirklich ist. Durch die aktuellen Temperaturen wirken gefrorene Weiher oft stabiler als sie wirklich sind.

Im Anschluss an die Übung gab es natürlich wie gewohnt eine ordentliche Verpflegung (Bratwürste zum Aufwärmen) und in einer Nachbesprechung wurden noch einmal alle Probleme und Möglichkeiten besprochen.

Ich danke der Wasserwacht Schwabach im Namen unserer Feuerwehren für diesen lehrreichen Vormittag.